
Animiert wurde folgendes Zitat von Robert Musil:
»Autos schossen aus schmalen, tiefen Straßen in die Seichtigkeit heller Plätze. Fußgängerdunkelheit bildete wolkige Schnüre. Wo kräftigere Striche der Geschwindigkeit quer durch ihre lockere Eile fuhren, verdickten sie sich, rieselten nachher rascher und hatten nach wenigen Schwingungen wieder ihren gleichmäßigen Puls. Hunderte Töne waren waren zu einem drahtigen Geräusch ineinander verwunden, aus dem einzelne Spitzen vorstanden, längs dessen schneidige Kanten liefen und sich wieder einebneten, von dem klare Töne absplitterten und verflogen.«
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften.
Hier sind die Ergebnisse:

Christian Klier, Laura Junger

Christoph Engelhard, Tilmann Hielscher

Emmanuel Honóre, Paula Kempker, Nele Konopka

Jenny Döhren

Josè Stolk, Katharina Kulenkampff

Julia Beutling

Lukas Fischer

Flore Mounier, Meikel Mathias

Sebastian Lörscher, Benedikt Rugar

Tim Peix, Monja Gentschow

Vera Reshto, Andrea Schulz
“My initial thoughts about what a title can do was to set mood and the prime underlying core of the film’s story, to express the story in some metaphorical way. I saw the title as a way of conditioning the audience, so that when the film actually began, viewers would already have an emotional resonance with it” Saul Bass
Die Gestaltung von Filmtiteln (Vorspann) hat im deutschen Kino nie einen großen Stellenwert besessen, im amerikanischen dagegen haben Designer wie Saul Bass, Maurice
Binder und Robert Brownjohn in den 60er Jahren die Gestaltung des Main Title zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Mit seinen Titelgestaltungen – u. a. für Alfred Hitchcock (Psycho, Vertigo) – hat Saul Bass bis heute gültige Standards gesetzt; der von Maurice Binder erfundene und von Robert Brownjohn weiterentwickelte Titel für die ersten James-Bond-Filme ist bis heute deren Markenzeichen geblieben. War es in den Anfängen des Films vor allem um eine Auflistung der Namen aller am Film Beteilgten gegangen, ging es nun darum, das Publikum auf den Film einzustimmen (to set the mood) und mit gezeichneten und typografischen Animationen auf den Plot vorzubereiten. Einen völlig gegensätzlichen Ansatz verfolgten die Regisseure der Nouvelle Vague, allen voran Jean-Luc Godard, der mit seinen noch heute überraschenden Bild-Text-Verbindungen nicht emotional einstimmen, sondern intellektuell herausfordern wollte. 1995 erregte dann Kyle Cooper mit seiner Titelgestaltung für David Finchers »Se7en«, die von Neville Brody und David Carson sowie den Experimentalfilmen von Stan Brackhage beeinflusst war, großes Aufsehen – und leitete eine Renaissance des Filmtitels ein.
In unserem Semesterprojekt wird es darum gehen, den Titel für einen Kinofilm zu gestalten – ob rein typografisch oder zusätzlich mit filmischen oder gezeichneten Mitteln ist dabei freigestellt. Zur Einübung werden wir mit kleinen experimentellen Aufgaben beginnen, die analog gelöst werden. Und natürlich werden wir gemeinsam jede Menge Beispiele anschauen und diskutieren.
Projekt im Hauptstudium
Prof. Stefan Koppelkamm, Prof. Wim Westerveld, Alex Klug
Kunsthochschule Berlin Weißensee

Bild: Seven